Berufswahl
Berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule
Die Bedingungen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sind in den vergangenen Jahren auch für Hauptschüler zunehmend schwieriger geworden. Die Städtische Gemeinschaftshauptschule Benrath reagiert auf diese Anforderungen mit einem differenzierten Förderprogramm. Ziel ist es, jeder Schülerin und jedem Schüler nach dem Ende der Schulzeit eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt oder an einer weiterführenden Schule zu bieten.
Bewerbungshilfe und Berufsberatung durch Sozialpädagogen
Die Gemeinschaftshauptschule Benrath hat für das Arbeitsgebiet „Ausbildung und Berufswahl“ ein Büro eingerichtet, das von Holger Groenewald von der Düsseldorfer Diakonie geführt wird. Der Diplom-Sozialarbeiter steht den Schülerinnen und Schülern an zwei Tagen in der Woche zur Verfügung, um sie bei der Wahl des Ausbildungsplatzes, einer weiterführenden Schule oder einer Arbeitsstelle zu unterstützen. Herr Groenewald berät die Schülerinnen und Schüler, hilft ihnen bei den Bewerbungsmappen und setzt sich in Einzelfällen mit Unternehmen und Behörden in Verbindung. Darüber hinaus berät Herr Groenewald auch das Kollegium und übernimmt einzelne Unterrichtseinheiten zur Berufsfindung und Bewerbung in den Klassen.
Zusammenfassung der Maßnahmen zur Ausbildungs- und Berufsorientierung/-wahl an der GHS Benrath
Die Städtische Gemeinschaftshauptschule Benrath versucht seit Mitte der 1990er Jahre, den schwieriger gewordenen Bedingungen für den beruflichen Einstieg ihrer Schulabgängerinnen und Schulabgänger durch vermehrte Anstrengungen zu begegnen. Der Wegfall der Arbeits- und Ausbildungsplätze bei der Mannesmann Demag AG markierte im Süden Düsseldorfs den Beginn eines weit reichenden und noch an-dauernden Rückgangs industrieller Standorte in der Stadt.
Kriterium 1: Wirtschafts-, Arbeits- und Berufswelt in Unterricht und Schule
1.1.
Wirtschafts-, Arbeits- und Berufswelt haben ihren festen Platz im Rahmen des regulären Unterrichts der GHS Benrath. Das Fach Arbeitslehre Wirtschaft hat dabei einen festen Platz in unserer Stundentafel.
1.1.1
In der Jahrgangsstufe 9 werden den Schülerinnen und Schülern im Fach Deutsch in Zusammenarbeit mit dem Fach Arbeitslehre-Wirtschaft die notwendigen Kenntnisse zur Erstellung einer korrekten Bewerbungsmappe näher gebracht. Diese Kenntnisse werden im Jahrgang 10 weiter vertieft.
In der Jahrgangsstufe 10 werden z.B. fächerübergreifend in den Fächern Arbeits-lehre Wirtschaft und Physik/Chemie Themen zur wirtschaftlichen Bedeutung ver-schiedener Energieträger bearbeitet.
Initiativen zur Gründung von Schülerfirmen gibt es immer wieder, haben sich aber
noch nicht realisieren lassen. Die Gestaltung - inbegriffen die Bewirtschaftung / Finanzierung – von (Abschluss-) Feiern, Elternsprechtagen (Elterncafe), Festen und Fahrten hat im Sinne konkreter Lebenshilfe bei uns stets Projektcharakter.
So bereiten Schüler/-innen jeweils die Schulentlassfeiern vor.
1.2.1
In den Jahrgangsstufen 8-10 gibt es eine regelmäßige Teilnahme am Zeitungsprojekt der WZ. Dabei wird im Bereich Arbeitslehre Wirtschaft insbesondere der Wirtschaftsteil der Zeitung kritisch bearbeitet.
Im Schuljahr 2007/08 nahm eine 10.Klasse im Rahmen des Wirtschaftslehre-Unterrichts am Börsenspiel der Stadtsparkasse teil.
1.3.1
Die Jahrgangsstufe 9 besucht klassenweise das BIZ. Die Schüler/-innen werden
dabei von der Klassenleitung und unserem Schulsozialarbeiter, Herrn Groenewald, begleitet. Im Anschluss an den Besuch des BIZ wird den Schüler/-innen die Möglichkeit eröffnet, ein Beratungsgespräch beim Berufsberater der Arbeitsagentur wahrzunehmen. Dabei wird besonders darauf Wert gelegt, dass die Schüler/-innen, die noch kein konkretes Ziel haben, an einem solchen Gespräch teilnehmen.
Außerschulische Experten wirken in jedem Schuljahr in unserer Schule mit.
So findet in jedem Schuljahr eine Berufswahlprojektwoche statt, bis 2003 für die
Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10, seit 2003 für die des Jahrgangs 9
(vorverlegt im Rahmen der stadtweiten Bemühungen, den Einstieg in die beruf-
liche Orientierung um ½-1 Jahr vorzuziehen).
Dabei werden aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern Experten eingeladen,
die den Schüler/-innen Informationen geben und für Fragen zur Verfügung ste-
hen. In diesem Rahmen werden auch gerne die Eltern unserer Schüler/-innen aktiviert. Die Berufswahlprojektwoche vom Juni 2007wurde evaluiert, und die Ergebnisse stehen zur Verfügung.
1.3.2
Die Beratungsstelle für SchulabgängerInnen und arbeitslose Jugendliche der Diakonie in Düsseldorf unterhält ein Büro in unserer Schule; Holger Groenewald (Sozialarbeiter) koordiniert von hier die Beratung und Vermittlung an drei Schulen im Stadtbezirk 9.
An zweiTagen in der Woche steht Herr Groenewald zur Verfügung, der sich speziell um die berufliche Entwicklung der Schulabgänger kümmert, auch um diejenigen, die die Schule ohne Abschluss verlassen (Frühabgänger). Herr Groenewald steht den Schülern dabei mit Rat und Tat zur Seite. Er erstellt mit ihnen komplette Bewerbungsmappen, gibt Tipps zu allen Bereichen der Bewerbung und unterstützt sie bei der „richtigen“ Wahl eines Berufswunsches.
Zusätzlich berät er auch das Kollegium und übernimmt einzelne Unterrichtseinheiten zur Berufsfindung und Bewerbung in den Klassen (z.B. Video-Gesprächstrainingssequenzen).
Seit Jahren nehmen Schüler unserer 9./10.Klassen an den Angeboten z.B. der Verbraucherzentralen teil, die die Schuldenprävention zum Inhalt haben.
Die Firma Thyssen-Krupp-Nirosta in unserem Stadtteil bietet nach Absprache zusätzliche Betriebserkundungsmöglichkeiten und Praktikumsplätze an. Darüber hinaus ist eine Kooperation in der Gestaltung des Technik-Unterrichtes im Gespräch.
1.3.3
Als weitere Maßnahme findet in der Jahrgangsstufe 9 / 10 regelmäßig ein Bewerbungstraining durch die AOK statt.
In Zusammenarbeit mit der Diakonie und dem AQZ wird einigen Schülern des Jahrgangs 9 / 10 ein Assessment Center angeboten.
Seit dem Schuljahr 2007/08 ist Frau Schomaekers (Berufsbildungszentrum der AWO) in der Berufsvorbereitung und Berufseinstiegsbegleitung tätig, wobei sie z.Z. 23 Schüler von Klasse 9 an in Einzelförderung bei der Erreichung eines Schulabschlusses sowie bei der Berufswahl unterstützt und bis über die Zeit an unserer Schule hinaus in der ersten Phase der Berufsausbildung begleitet.
1.4.1
Den Schülern steht an unserer Schule modernste EDV zur Verfügung.
So haben wir die Möglichkeit, einen Computerraum mit 12 Plätzen zu nutzen. Dieser Raum steht nach Absprache allen Kollegen zur Nutzung zur Verfügung. Des Weiteren besitzt die Schule sechs Computer-Mobile, die im Klassenraum eingesetzt werden können. In allen Klassenräumen kann das Internet genutzt werden. Für Präsentationen stehen mehrere Beamer bereit. Die Schüler/-innen werden im Informatik-Unterricht mit diesen Medien und deren Nutzung vertraut gemacht.
Unsere Schülerzeitung dient nicht nur dem Zweck der Unterhaltung und Information hinsichtlich schulinterner Belange, sondern darüber hinaus stellen unsere Werbepartner eine weitere Quelle für zusätzliche Praktikums- und/oder Ausbildungsstellen dar.
1.4.2
Im Fach Arbeitslehre-Wirtschaft in der Jahrgangsstufe 10 werden den Schüler/-innen die Informationsmöglichkeiten über die verschiedene Berufe und freie Ausbildungsplätze im Internet detailliert erläutert, und es wird ihnen die Möglichkeit gegeben, eigenverantwortlich mit diesen Medien zu arbeiten.
Kriterium 2: Praktika und weitere (praktische) Angebote als Bestandteil der Berufsorientierung
2.1.1
In der Jahrgangsstufe 8 werden Betriebserkundungen durchgeführt, wodurch die Schüler/-innen auf die kommende Berufswahl vorbereitet werden. Diese Vor-bereitung findet überwiegend in den Fächern Deutsch und Arbeitslehre Wirtschaft statt. Für die Betreuung sind i.d.R. die Klassenleitungen zuständig.
Die Praktika in den Jahrgangsstufe 9 und 10 sind fester Bestandteil unseres Schulprogramms. Sie finden an unserer Schule in der Jahrgangsstufe 9 (4 Wochen zu je 2 Terminen) und in der Jahrgangsstufe 10 (2 Wochen Dauer) statt. Für die Vorbereitung und die Betreuung gilt dasselbe wie bei den Betriebserkundungen.
Dabei werden die Praktikumsplätze für die Schüler/-innen der 9. Klassen z.T.zentral durch den Schulträger vergeben. Dieses Vorgehen macht es den Schüler/-innen leichter, einen ersten Zugang zur Berufswelt zu finden.
Im Jahrgang 10 werden die Praktikumsplätze dagegen immer von den
Schülerinnen und Schülern selbstständig akquiriert. Sie können also vollkommen nach ihren eigenen Neigungen vorgehen. Dies gibt ihnen die Möglichkeit, schon erste Erfahrungen für die spätere Suche nach einem Ausbildungsplatz zu sammeln.
Die Dokumentation des Praktikums erfolgt durch die Schüler/-innen in Form eines „Praktikumsberichtes“. Dieser wird in den Fächern Deutsch und Arbeitslehre/Wirtschaft besprochen, und die Unterlagen werden kritisch reflektiert. Da einige Betriebe auch von Praktikanten eine Bewerbung erwarten, wird die Suche nach einer Praktikumsstelle genutzt, das Anlegen einer Bewerbungsmappe zuvor nochmals einzuüben.
Für jene, die Schwierigkeiten haben eine Praktikumsstelle zu finden, stehen die Kollegen und Herr Groenewald immer zur Verfügung und unterstützen die Schüler/-innen bei der Suche. Dabei können die Kollegen auch immer auf Betriebe zurückgreifen, die schon in der Vergangenheit Praktikanten unserer Schule aufgenommen haben.
2.1.2
Wir sind Partner der Alfred-Herrhausen-Förderschule und der Caritas. Gemeinsam tragen und managen wir den Standort Süd des Rather Modells in der Pfarrei St. Norbert (Josef-Kleesattel-Str., Garath), wobei wir für den Hauptschulbereich dieses Projekts verantwortlich zeichnen.
Schülerinnen und Schülern, die den Weg zur Schule nicht regelmäßig finden, bieten wir die Chance, im Rather Modell wieder den Zugang zum Bildungssystem zu finden, damit sie einen Abschluss erlangen und so eine Perspektive für den weiteren beruflichen Werdegang bekommen. Im Rather Modell unterrichtet eine Kollegin unserer Schule und arbeitet als Koordinatorin des Standorts verantwortlich mit.
Außer der Berufswahlprojektwoche steht den Schülerinnen und Schülern der Besuch des BIZ in der Jahrgangsstufe 9 zur Verfügung. Auch dort werden die Schüler/-innen durch die Klassenleitung und zusätzlich durch den o.e. Sozialarbeiter, Herrn Groenewald, betreut.
Im Rahmen des von unserer Schulsozialarbeiterin (Frau Reinecke) durchgeführten Sommerferienprogramms für Schüler/-innen der Unterstufe begleiten altere Schüler/-innen dieses Programm als freiwillige Betreuer/-innen. Sie leiten Spielaktionen, betreuen die Kinder und beteiligen sich an der Planung und Vorbereitung.
„Ich über mich“: Bei dem Comic Projekt im Oktober 2006 brachten Schüler/-innen ihre Berufswünsche aber auch ihre Ängste und Hoffnungen zeichnerisch zu Papier. Bei dem Comic-Projekt ging es weniger um praktische Tipps zur Bewerbung als um die Fragen, die sich Jugendliche zuerst stellen sollten: Was kann ich besonders gut? Wo vor habe ich Angst? Zusammen mit einer bekannten Künstlerin und Grafikerin entwickelten und gestalteten die 14 Schüler/-innen individuelle Zeichnungen. Eine Auswahl der Arbeiten wurde zu einer Broschüre zusammengefasst. Das Projekt wurde von der Beratungsstelle der Diakonie entwickelt und beantragt und durch eine großzügige Spende von „Aktion Mensch“ in der Umsetzung ermöglicht.
Erlebnispädagogik „Tat-Orte“: Vom 5. bis 8. Mai 2009 nahmen insgesamt 14 Schüler/-innen der damaligen 9. Jahrgangsstufe an dem erlebnispädagogischen Projekt „Tat-Orte“ teil. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten im spielerischen Kontext alternative Handlungsmuster und Strategien und erlebten dadurch individuelle Selbstwirksamkeit und Erfolg. Aus erlebnispädagogischer Sicht entsteht ein Lerneffekt durch Ausprobieren und Handeln erst, wenn sich ein Individuum aus der persönlichen „Komfortzone“ in eine „Risikozone“ begibt. Wer sich überwindet, eine Herausforderung zu meistern, erfährt Chancen und Grenzen, die nützlich für die Bewältigung alltäglicher Anforderungen und für die Entwicklung eines neuen Selbstbildes sein können.
So hatte jede/r Teilnehmer/-in die Möglichkeit eigene Stärken zu erkennen, sowie eigene Lösungsstrategien. einzubringen. Die Erfahrungen, die die Jugendlichen bei den zahlreichen Übungen und Aufträgen machen konnten, nahmen engen Bezug auf die reale Berufs- und Arbeitswelt.
Das Projekt wurde aus Spendenmitteln finanziert und von der Beratungsstelle der Diakonie in Kooperation mit einer erfahrenen Erlebnispädagogin realisiert.
„Jetzt bist du dran“: Unter dem Motto „Jetzt bist du dran“ nahmen im Juni 2008 zehn Schüler/-innen an der Videoaktion der RAA und der Medienwerkstatt Clipper des Vereins AKKI e.V. -Aktion & Kultur mit Kindern teil. An einem Tag drehten die Jugendlichen mit professioneller Unterstützung Videoclips zum Thema „Übergang Schule Beruf“. Mit dem Projekt sollte die Motivation und die bessere Beteiligung an Bildung und Ausbildung bei jungen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gefördert werden.
Das Videoprojekt wurde vom Ministerium für Generation, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW gefördert.
„Ich, du, wir, sie, es - von Jobs und Traumberufen“: Im Februar 2009 nahmen 22 Schüler/-innen der damaligen 10. Jahrgangsstufe an dem Projekt im museum kunstpalast teil. Die Schüler/-innen wurden im Kontext historischer Malerei aufgefordert und ermutigt, sich mit ihren individuellen Einstellungen, Hoffnungen, Phantasien und Zukunftsvisionen auseinanderzusetzen. Die Jugendlichen hatten später die Möglichkeit, mit Hilfe der zahllosen gesammelten Requisiten inszenierte Rollenporträts herzustellen und so eigene Statements abzugeben, die auf einer Bühne mit verschiedenen Kulissen fotografisch festgehalten wurden.
Das Projekt wurde gefördert vom Ministerpräsidenten des Landes NRW.
2.2.1
Seit dem Schuljahr 2008/09 nehmen wir die Angebote der Stiftung „Partner für Schule“ – Zukunft fördern – Vertiefte Berufsorientierung gestalten wahr. Im Schuljahr 2008/09 führten wir das Modul 10 / Berufswahlspiel (Quali-Spiel) in Zusammenarbeit mit der RAA in mehreren 9. und 10. Klassen durch.
Das von derselben Stiftung angebotene Modul 3 / Kompetenzcheck nahm unsere Schule für die 9.Klassen durch die verantwortlichen Kollegen erstmals in diesem Schuljahr 2009/10 in Eigenregie wahr, wobei wir eine Ausschreibung durchführten und den Auftrag an einen der Veranstalter (AQZ) vergaben.
Schülerinnen und Schüler unserer Schule waren in den letzten Jahren Teilnehmer im Technikzentrum der Düsseldorfer Hauptschulen und wurden dort im Rahmen eines zertifizierten Praktikums gefördert.
Wir entsenden regelmäßig Schüler/-innen, deren schulischer Werdegang es nötig macht, ins BUS-Projekt, um dieser Gruppe eine Perspektive für ihre weitere berufliche Entwicklung zu geben.
Seit Beginn seines Bestehens verbindet uns eine enge Kooperation mit dem AQZ Benrath (Ausbildungs- und Qualifizierungszentrum, ehedem Lehrwerkstatt der Mannesmann Demag AG). Das AQZ stellt Praktikumsplätze zur Verfügung, bietet Assessments und Berufseignungstests für einzelne Schüler/-innen an.
Im Arbeitskreis Wirtschaft und Schule sitzen Ausbilder und Lehrpersonen zusammen, um für schwache Berufsanfänger/innen Einstiegschancen außer der Reihe zu finden bzw. zu vereinbaren. Hierbei ist für die beteiligten Betriebe vor allem die schulische Empfehlung im Sinne der Schlüsselqualifikationen von Interesse.
2.3.1
Wie oben bereits beschrieben, werden insbesondere im Jahrgang 10 die Wünsche der Schüler/innen berücksichtigt, da sie selbständig eine Praktikumsstelle suchen.
Dies dient dem Zweck, erste Erfahrungen für die spätere Suche nach einem Ausbildungsplatz zu sammeln.
2.3.2
In unserer o.g. Berufswahlprojektwoche gibt es immer wieder auch einmal Eltern unserer Schule, die in der Lage und willens sind, den Schülern Einblicke in ihre Branche zu eröffnen oder auch Praktikumsplätze in ihrem Betrieb anzubieten.
2.4.1
Eine wichtige Säule in der Berufswahlvorbereitung an unserer Schule besteht darin, auf die Interessen und Lebenssituationen der Schülerinnen und Schüler einzugehen.
Wir führen seit 1997 Frühabgängerseminare durch, inzwischen in Eigenregie, betreut durch Holger Groenewald (Beratungsstelle Diakonie), was einerseits den langjährigen bisherigen Träger (Jugendamt) entlastet, andererseits eine gezielte individuelle Förderung von Schulabbrecher/inne/n ermöglicht. Dabei handelt es hauptsächlich um Schüler/-innen der Jahrgänge 8 und 9.
Für unsere Schüler/-innen mit Migrationshintergrund besteht an unserer Schule eine besondere Förderklasse, in der insbesondere auf die Defizite in der deutschen Sprache eingegangen werden kann. Damit wird den Schüler/-innen ermöglicht, schnell am Unterricht der Regelklassen erfolgreich teilzunehmen und einen Schulabschluss zu erreichen, der erst eine Berufsausbildung ermöglicht.
Zusätzlich besuchen wir regelmäßig den „Mädchentag“ der Arbeitsagentur.
Kriterium 3: Stellenwert der Berufswahlvorbereitung im Lehrerkollegium und in der Elternschaft
3.1.1
Auch in diesem Bereich gibt es an unserer Schule zahlreiche Aktivitäten.
So nehmen die involvierten Kollegen an den Lehrervorbesprechungen in den Firmen teil, in denen Betriebserkundungen oder Praktika stattfinden. Da die Klassenleitungen an allen Informationsveranstaltungen der Schüler/-innen teilnehmen, erhalten sie dort die neuesten Informationen ebenfalls aus erster Hand und lernen die Ansprechpartner der verschiedenen Institutionen persönlich kennen.
Außerdem ist es der Schule gelungen mehrere Kollegen zu gewinnen, deren beruflicher Werdegang entweder eine betriebliche Ausbildung und/oder langjährige Tätigkeit in der Wirtschaft beinhaltet. Die Erfahrungen dieser Kollegen finden natürlich Eingang in den Unterricht, aber auch ins Kollegium.
Es besteht die Möglichkeit an Lehrerbetriebspraktika teilzunehmen. So hat unser Schulleiter bereits ein solches Praktikum absolviert.
3.1.2
Mehrere Kollegen sowie der Schulleiter nehmen regelmäßig am Arbeitskreis Schule und Wirtschaft teil. Wichtige Informationen werden dann auf Dienstbesprechungen bzw. beim regen Austausch der Kollegen auf dem „kurzen Dienstweg“ weitergegeben.
3.2.1
An unserer Schule gibt es einen beauftragten Kollegen für die Berufswahl-vorbereitung. Dieser arbeitet eng mit dem Sozialarbeiter der Diakonie und den Klassenleitungen, insbesondere der Abschlussklassen 9 und 10, zusammen.
Wichtige Informationen werden im Rahmen der Dienstbesprechungen weitergegeben und somit dem gesamten Kollegium näher gebracht.
3.2.2
Für unser Kollegium ist es eine Selbstverständlichkeit, sich um die berufliche Zukunft unserer Schüler/-innen zu kümmern. So werden die Schüler/-innen z.B. in den Fachbereichen Deutsch, Mathematik und Wirtschaftslehre auf Bewerbungs-situationen vorbereitet (z.B. Einstellungstests). Aktuelle Termine werden an der Infowand veröffentlicht und zusätzlich durch die Klassenleitungen an die Schüler/-innen weitergegeben.
3.2.3
In diesem Schuljahr haben wir erneut eine Arbeitsgruppe „Berufswahlvorbereitung“ ins Leben gerufen, die aus dem Schulleiter, dem Beauftragten für die Berufswahl-vorbereitung, dem Sozialarbeiter, Herrn Groenewald, und zwei weiteren Kollegen besteht. Diese Gruppe wird sich treffen, um die Aktivitäten der Schule in diesem Bereich weiter zu entwickeln.
3.2.4
Wir haben an unserer Schule, wie beschrieben, eine gut funktionierende Kooperation mit der Diakonie (Beratungsstelle), die sowohl für die Schüler/-innen als auch für die Kollegen eine große Unterstützung darstellt.
Den Schülern werden alle Informationen, die der Schule zur Berufswahl zur Verfügung stehen, offen und schnell zugänglich gemacht. So erhalten jeder Schüler und jede Schülerin der 9. Klassen das Handbuch „Beruf aktuell“ und regelmäßig verschiedene Zeitschriften „Was werden“, „planet-beruf.de“, „Mach’s richtig“
(Klassen 9 und 10).
Rücksprachen mit Firmen finden statt, auch systematisiert (Rückmeldebögen, Fax-vorlagen etc.). Dokumentationen gibt es in der Kooperation mit der Agentur für Arbeit (Frau Rupp) und mit dem AQZ (Frau Bos). Ferner erfolgt ein Informations-austausch hinsichtlich Arbeitshaltung, Schlüsselqualifikationen und sozialen Kompetenzen mit bestimmten Berufskollegs und mit dem AQZ Benrath.
3.2.5
Wir halten engen Kontakt in Berufseinstiegsfragen zu unseren Schülerinnen und Schülern und hinterfragen spätestens ab Ende der 9. Klasse den Stand der Be-werbungen. Das bedeutet, dass die Klassenleitungen von jeder Schülerin und
jedem Schüler wissen, wie sich diese ihre berufliche Zukunft vorstellen, und sie dadurch individuell unterstützen können. Da wir den Schülern die Möglichkeit eröffnen, Bewerbungen direkt in der Schule zu verfassen, bekommen wir einen direkten Einblick in den Stand der Bewerbungen. In den 10.Klassen werden auch die Rückmeldungen der Betriebe besprochen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen offen diskutiert.
3.3.1
Unsere Elternschaft bringt ihre berufliche Erfahrung im Rahmen der Berufswahlprojektwoche ein, bei der auch die Eltern Berufe vorstellen. Darüber hinaus besteht auch immer wieder die Möglichkeit, dass unsere Schüler/-innen in Betrieben unserer Eltern ein Praktikum absolvieren können. Auch vermitteln einzelne Eltern Praktikumsplätze, von denen sie Kenntnis haben oder nach denen Bedarf besteht. Daneben hilft der Schulträger unseren Schülerinnen und Schülern z. T. durch Vermittlung der Praktika im Jahrgang 9, so dass sich die Schüler/-innen voll auf die bevorstehende Aufgabe konzentrieren können und sich nicht sorgen müssen, zumindest bei einem der beiden Praktika, einen Praktikumsplatz zu bekommen.
3.4.1
Im Rahmen der in Düsseldorf im Schuljahr 2009/10 neuen „Entwicklungsplan-gespräche“ (Projekt „Pro Düsseldorfer Hauptschulen“) ist geplant, für jeden Schüler ab Klasse 9 eine eigene Akte anzulegen, in der ein Portfolio mit den allgemeinen Schülerdaten, den Kopien der letzten Zeugnisse, ein aktueller Lebenslauf, Praktikumsbescheinigungen, Zielvereinbarungen der Entwicklungsplangespräche sowie weitere Vereinbarungen enthalten ist.
3.4.2
Diese neu anzulegenden Akten mit dem jeweils o.g. Portfolio sollen, wie vom zuständigen Workshop vorgeschlagen, in einem eigenen Schrank bis zum Ende der Schullaufbahn eines jeden Schülers aufbewahrt werden, so dass jederzeit Transparenz über jeden Schüler hinsichtlich seiner beruflichen Bemühungen für die beteiligten Lehrer besteht.
Die Schüler/-innen der 9. Klassen führen Arbeitsmappen während der Berufswahlprojektwoche. Ebenso werden Praktikumsberichte geübt und verfasst, die teils der Schule zur weiteren Verwendung überlassen bleiben. Die Berufswahlvorbereitung als solche ist 2004 erstmals im involvierten Jahrgang evaluiert worden. Herr Groenewald (Schulsozialarbeiter) dokumentiert und evaluiert seinen Arbeitsbereich durchgehend und eigenständig. Die kontinuierliche und systematische Auswertung ist auf die freiwillige Mehrarbeit engagierter Kollegen/-innen angewiesen.
Anmerkung:
Alle Aktivitäten und Angebote seit der Erstzertifizierung sind im Fettdruck dargestellt.





